Volksbegehrenpilgern gegen mittelalterliche Zustände

Jesus hätte es auch getan

Findest du es gut, dass die Kirche vom Staat Geld bekommt?
Soll Glauben besteuerbar sein?
Findest du die Aufklärung von kirchlichen Missbrauchsfällen unnötig?
Ist der katholische Religionsunterricht wirklich so viel besser als allgemeiner Ethik-Unterricht?
Sollen Menschen ausgebeutet werde, die im Glauben ihren Frieden finden wollen?
Zahlst du GIS Gebühren um Religionssendungen zu sehen?
Findest du, dass kirchliche Schulen den Privatschulen bevorzugt gehören?
Vertraust du darauf, dass Kirchenmitglieder mit ihren Privilegien adäquat umgehen?
Soll das so bleiben, dass Kleinbauern kaum subventioniert werden, aber die Kirche als Großgrundbesitzer Millionenbeträge aus staatlicher Kasse erhält?Nein?
Schon die Initiative gegen Kirchenprivilegien unterschrieben?
Auch nicht?
Wir leben nicht mehr im Mittelalter! Jesus hätte es auch getan!

Unter dem Motto ”Jesus hätte es auch getan!” wurde ein Mitmach-Event ins Leben gerufen, das einen kleinen Beitrag zu fortschrittlichen Veränderungen in Österreich leisten will. Ziel ist nichts weltbewegendes, sondern auf das Volksbegehren ”Gegen Kirchenprivilegien” aufmerksam zu machen. In der Zwetschkenrepublik ist es Volkssport, unterschwelliges Murren über die aktuelle Situation von sich zu geben,  sich aber sonst aus allen politischen Dingen heraus zu halten. Wie lässt sich die Motivation der gemütlichen Österreicher also ein wenig steigern? Indem man das Murren von einzelnen zusammenlegt und miteinander genug Motivation entwickelt, um: gemeinsam zu einem Bezirksamt zu pilgern.

Es ist letzten Endes schade, wie viele gute Ideen und Projekte im Sand verlaufen, prinzipiell aber genug positive Resonanz erzeugen würden. Um das zu umgehen benötigt es also einen gewissen Anreiz, damit die grundsätzlich zugetane Haltung auch in eine Handlung umgesetzt wird. Auf die langweilige Prozedur eines Behördengangs wird  gerne verzichtet, das Unverantwortlichkeitsgefühl ist leider zu groß um das ”Nichts tun” als verpasste Chance zu empfinden.

Die schöne Seite der Geschichte: Das Event war ursprünglich nur als Einladung an eine kleine Gruppe meiner Freunde gedacht. Da ich es als Facebook-Event gestaltet habe, konnte es eigenständig wachsen und hat, ohne mein Zutun, innerhalt von 2 Tagen etwa 50 Teilnehmer gefunden sowie über 700 weitere Einladungen bewirkt. Auch die Initiative ”Gegen Kirchenprivilegien” hat die Idee aufgefasst und vorgeschlagen das Event bei einer Pressekonferenz zu erwähnen beziehungsweise ein TV-Team bereit zu stellen.

Anmerkung in eigener Sache: Auch wenn ich Initiatorin der Aktion bin, kann ich selbst wahrscheinlich nicht teilnehmen, da ich seit gestern einen Gips trage. Natürlich bitte ich jeden, sich über das Volksbegehren als auch das Event ”Jesus hätte es auch getan” zu informieren. Wer’s gut findet, soll seine Unterstützung auch zeigen! Vielleicht kommt auch jemand auf die Idee, Vergleichbares in seiner Stadt zu machen oder eine Wiederholung in Wien zu organisieren.

Edit: Trotz Gipsbein wird mitgehumpelt.

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Vorher – Nacher Effekt

Amerika ~ Laut offizieller Seite dauerte die letzte Rezession 2 Jahre (Dez07 – Jun09). Ein relativ durchschnittlicher Wert, wenn man diese mit den 13 anderen Rezessionen nach 1933 (Ende der großen Rezession von 1929) vergleicht. Die dadurch verursachten gesellschaftlichen Veränderungen sind weit weniger durchschnittlich. Meist werden sie herunter gespielt, indem nur über die Arbeitslosenrate diskutiert wird (von 5% zu 10%) und gerne andere Aspekte verschwiegen werden. Einen etwas tieferen Einblick zu der Entwicklung der letzten 2 Jahre liefert folgende Infographik.

Anmerkung meinerseits: Eine Darstellung eindimensionaler Zahlen in einem 2D Format kann die Vorstellung der Größenverhältnisse nicht nur vereinfachen sondern auch verzerren. Auch ist mir bei manchen der Graphiken nicht komplett klar, wie ich sie zu verstehen habe (Schweinchen: Verhältnis von Fläche(Formel für ein Schwein?)/ Höhe? (~9% daneben) oder Gaußkurvenverläufe für einen einzelnen Wert?).

Quelle: http://assets.theatlantic.com/static/coma/images/issues/201101/numbers.jpg

Einen weiteren interessanten Beitrag hat das Pew Research Center geschrieben. Ihrer Studie nach hat unter anderem mehr als die Hälfte der Arbeitskräfte Einsparungen, kurzzeitige Arbeitslosigkeit, Wechsel in Teilzeitarbeit, Lohnkürzungen oder andere erschwerende Umstände erfahren müssen. Das durchschnittliche Vermögen je Haushalt sank um 20% und auch nach dem Wirtschaftsrückgang wird weniger ausgegeben, mehr gespart, kaum Hypotheken aufgenommen.

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Nachtrag: (der Presse entnommen)

– Die Verschuldung der U.S. Regierung letztes Jahr ist in der gleichen Größenordnung wie die aller anderer Regierungen weltweit zusammen. (laut Forbes)

– 32 US-Staaten haben Probleme Arbeitslosengelder auszuzahlen.  Die US-Regierung muss daher finanziell einspringen – allein Kalifornien benötigt dafür einen Zuschuss von 7 Milliarden Dollar (laut EconomicPolicyJournal )

– Inzwischen >40% der Amerikaner arbeiten im Jahr 2010 in Niedriglohn-Jobs. (laut Business-Magazine “Fortune”)

– Erstmals in der US-Geschichte besitzen Banken mehr Wohn-Immobilien als alle US-Bürger zusammen (gemessen am Nettowert).

– 1950 lag das Verhältnis der Gehälter von Managern im Vergleich zum durchschnittlichen Arbeiter bei 30:1. Seit dem Jahr 2000 ist dieses Verhältnis auf 300-500:1 explodiert.


Homöopathie ~ Alternativ oder Veraltet?

Homöopathie ~ die 1ste

Es gibt eine Bandbreite an Meinungen zu alternativen Heilverfahren. Nachdem ich zu diesem Thema angesprochen wurde, hab ich mich zu einer längeren Diskussion über Homöopathie motivieren lassen. Der Text wurde von Caresce nachbearbeitet, um meine umgangssprachlichen Formulierungen auszubessern.

Fortsetzung folgt.

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~ Was haltest du von alternativer Heilkunde?

Meinst du Homöopathie und Akkupunktur? Auch wenn ich als Kind mit Freude homöopathische Mittel eingenommen habe, kaufe ich mir das nicht mehr. Ich will nicht sagen, es wäre wirkungslos gewesen. Bei Stress in der Schule ging es mir mit den Brechnuss-Globuli wirklich besser, bei meiner Allergie hatte Similasan widerum nicht gewirkt.

~ Also du kannst eine Wirkung nicht abstreiten, bist aber trotzdem kein Freund davon?

Es hatte mir damals geholfen, das kann ich nicht abstreiten. Ich wurde nachdenklich, als ich angefangen habe mich über den geschichtlichen Hintergrund der homöopathischen Theorie zu informieren.

~ Das Prinzip des <Potenzierens und Verschüttelns> hat ein Arzt entdeckt. Er war der Begründer der Homöopathie..

..und auch die Theorie <Ähnliches mit Ähnlichem> heilen zu können, stimmt. Er hieß Samuel Hahnemann, Ende des 18. Jahrhunderts hat er diese homöopathischen Prinzipien aufgestellt. Aber das ist gar nicht das, was mich stutzig gemacht hat, sondern dass er etwas komplett umgekehrtes behauptet hat, wozu heutige Homöopathen stehen. Ein kurzer Auszug aus seiner Theorie: <Eine Substanz, die bei einem Gesunden Krankheitssymptome auslöst, müsse bei einem Kranken Heilung bringen.> Darauf kam er, als er selbst eine hohe Dosis an giftiger Chinarinde gegessen hat und Herzrasen, Ängstlichkeit, Durst ect. bekam. Er verglich seine Symptome mit denen von Malariapatienten und fand ein paar Parallelen. Da es nur nicht besonders klug ist, seine Patienten reihenweise zu vergiften musste er das irgendwie umgehen und trotzdem die Wirksamkeit beibehalten. Daher war seine nächste Idee, sie zu potenzieren, um dadurch die ~geistige Wirkkraft~ zu steigern: <Je mehr man eine Substanz verdünnt, desto besser kann sie Symptome heilen, die in unverdünnter Form ausgelöst würde.>

~ Das widerspricht nicht den Behauptungen heutiger Homöopathen!

Nein, nicht auf den ersten Blick. Der Hintergrund zu seinen Annahmen ist der eigentliche springende Punkt. Zu Hahnemanns Zeit bestand die traditionelle Medizin primär aus gefährlichen Praktiken wie dem Aderlass. Patienten wurde eine Menge Blut entnommen, damit sich ‘schlecht gewordenes Blut’ nicht im Körper staut. Hahnemann dürfte wohl verstanden haben, dass diese gewalttätigen Eingriffe Humbug sind und einzig zu zusätzlichen Qualen führen. Seine Idee, also die Alternative zur damaligen(!) Medizinkunde, war, den Organismus als ‘Blackbox’ zu behandeln. Was bedeutet das? Alle physiologischen Prozesse im Körper müssen außer Acht gelassen werden. Die Gesamtheit der Symptome/Umstände geben Hinweis zur Wahl des Heilmittels. Erstens ist das ziemlich interpretationsfreudig und zweitens nunmal der absolute Gegenpol zur Rhetorik der modernen Alternativheilkundler.

~ Die Homöopathie versteht sich als ein Heilverfahren, das auf die Selbstheilungskräfte des Körpers setzt.

Auch damit sind wir nicht mehr bei der Blackbox-Vorstellung ihres Begründers. Eigentlich meinte ich die gängige Behauptung: <Die Schulmedizin behandle nur die Symptome, wir dagegen behandeln und verstehen die ihnen zugrundeliegenden Ursachen.> Auch der heutige Leitspruch ‘natürlich = gut’ würde ihm wahrscheinlich wenig schmecken, da er es selbst gar nicht so gesehen hat. Damals galt das als Wissenschaft.

~ Was ist daran schlimm, wenn sich eine Interpretation ändert? Die Praktik bleibt die gleiche.

Es bleibt eine interessante Frage, wer diese Interpretation geändert hat und wann sie geändert wurde.  Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen, die Interpretation wurde um 180° gedreht. Herr Hahnemann hat mit seinen Ideen mit Sicherheit einige Leben gerettet, welche durch die  damaligen Behandlungen gefährdet gewesen wären. Die Homöopathie war für seine Epoche eine berechtigte Erfindung, da es keine hilfreiche medizinische Alternative gab. Die Zeiten haben sich aber geändert und somit auch die Berechtigung der Homöopathie als Heilverfahren von physiologischen Krankheiten. Sie ist schlicht veraltet. Mystik rettet keine Leben, das tun Wissenschaften.

~ Etwas als Mystik abzutun, nur weil es nach heutigem wissenschaftlichen Stand nicht erklärbar ist, ist Unfug. Chemisch gesehen wirkt die Homöopathie nicht plausibel, es dreht sich jedoch nicht um den Wirkungsnachweis von gewissen Substanzen. Wenn man alle alternativen Theorien mit den momentan gültigen Theorien vergleicht, kommt man nie zu einem Paradigmenwechsel der Forschung. Diese sind aber unerlässlich für wissenschaftliche Revolutionen.

Paradigmenwechsel, ein gutes Schlagwort: geozentrisch zu heliozentrisch, Adam & Eva zu Evolutionstheorie. Hervorragende Erkenntnisse! Nur zu glauben, auf Basis eines möglichen Paradigmenwechsels alles relativieren zu können, was bisherige Wissenschaftsforschung entdeckt hat, ist eine nicht zulässige Interpretation. Warum? Das liegt in der Natur der Forschung: Modelle können nur auf  gewisse Bereiche angewendet werden. Daraus folgt, wenn Bereichsgrenzen für die Erklärung eines Phänomens zu eng sind, es Änderungsbedarf der Theorie gibt. Somit dient der Paradigmenwechsel der Erweiterung von Grenzen durch ein neues Modell. Wenn dadurch jedoch weniger Erkenntnis zu einem Phänomen erreicht werden kann, ist der Wechsel ansich sinnlos.

~ Ich sehe keinen Grund, dass das für die Homöopathie gelten sollte. Du sagst selbst, wissenschaftliche Aussagen sind stets nur bedingt gültig.

So ist es, Wissenschaft basiert auf Vereinfachungen. Wenn ein Vorgang nicht zur Gänze mit einem etablierten Modell beschrieben werden kann, muss ein besseres her. Jetzt ist die Frage: Können anerkannte Wissenschaften die Phänomene der Homöopathie erklären? Ja, kann sie. Bis ins Detail hinein und sogar besser, als die Homöopathie selbst. Also warum eine fundierte Theorie durch eine weniger aussagekräftige ersetzen?

~ Es ist eine Streitfrage, ob homöopathische Arzneimittel erklärbar sind. Es gibt Studien, die eindeutig belegen, dass Homöopathie einen größeren Effekt als jener von Placebo hat.

Von solchen Studien,  hatte ich auch gehört und war zuerst sehr beeindruckt. Die Qualität von Studien ist jedoch ein wichtiger Faktor und beeinflusst die Glaubwürdigkeit von Ergebnissen. Dafür gibt es die Jadad-Skala, welche Studien anhand ihrer methodischen Qualität und Ergebnisse überprüft. Wie sich herausstellte, waren es genau die von dir erwähnten Studien, die nicht ordentlich durchgeführt wurden. Sie hatten methodische Mängel, die Studienleiter (beabsichtigt oder nicht) hatten Einfluss auf die Ergebnisse genommen  etc. – was einfach nicht sein darf. Wenn man etwas untersuchen will, muss man auch fair sein. Wenn du, wie vorher erwähnt, etabliertes Fachwissen generell als fragwürdig befindest, muss ich dir als Gegenfrage natürlich stellen, ob du die Methodik der Studie überhaupt anerkennst. Schließlich hat sie einen wissenschaftlichen Charakter (wenn sie gut gemacht wird) und nach deinem Prinzip kann durch etablierte Wissenschaft auf die Homöopathie von vorn herein kein Informationsgewinn statt finden.

~ Studien sind schon ok. Es ist ein Fallsifizieren, wie die Homöopathie es auch benützt.

Dann ist die Qualität immer noch ein Kriterium. Du gehst schließlich auch nicht zu einem schlechten Juristen, der dich schlecht berät.

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to be continued…


Debtris

Ich bin ein großer Freund von Visualisierungen, besonders wenn sie nicht im abgedroschenen Balkendiagramm-Format gestaltet werden. “Debtris” ist eine nette, an Tetris angelehnte, Animation zur Schulden/Kosten Aufstellung der U.S.

Man SIEHT die Verhältnisse der Zahlen zueinander und kann auf einen Blick eine intuitive Größeneinschätzung bekommen.

Information is Beautiful

Wikileaks ~ Hype und Diskussion

Mein erster Post betrifft gleich den aktuellen Hype: Wikileaks

Nachdem ich als mitteilungsfreudige Person gerne meine Meinung in den Raum werfe, muss ich mich auch zeitweilen mit Kritik oder Unverständnis beschäftigen. Aktuell ist gerade eine Diskussion zwischen einem Wikileaks-Gegner und mir im Gange.  Angefangen bei einen kurzen Chat über die kommende ‘Kundgebung für Meinungsfreiheit, Wikileaks & Julian Assange’ (den ich hier nicht poste, aber später erwähne) ist die Diskussion ein wenig ausgeartet. Mal sehen, was noch kommt. (Nachtrag: Es kam nichts mehr, er hat sich mit dem Konzept hinter Wikileaks jedoch anfreunden können.)

Here we go:

~~~~~ Nachricht meines Diskussionspartners ~~~~~~

Kannst du mir bitte schlüssig erklären was wikileaks mit Meinungsfreiheit zu tun hat? Nach meinem Wissen handelt es sich bei wikileaks um eine Plattform auf der ein bekennender australischer Anarchist geheime Dokumente veröffentlicht. Diese Dokumente wurden illegal beschafft und stellen nun graphisch / textuell dar warum eine gewisse Supermacht verabscheuenswürdig ist.

Wofür wird nun demonstriert? Für die Meinungsfreiheit? Definiert sich Meinungsfreiheit über die Veröffentlichung geheimer Staatsdokumente, so verabscheuenswert sie auch sein mögen? Fällt jegliche Information die jemals erzeugt wurde in die Meinungsfreiheit? Hat jeder das Recht jegliche Information abrufen zu können? Willkommen Orwell!
Dein nächster Punkt war die Pressefreiheit. Wie genau siehst du die verletzt? Jede Zeitung die das gern will (oder darf?) veröffentlich im täglichen Rhythmus kleine wikileaks Häppchen, leicht verdaulich in angenehmen Dosen. Und jeder Tag ist skandalöser als der Vorhergehende. Gestern wurde behauptet der Papst und seine Untergebenen wären konservativ.

Diese ganze wikileaks Diskussion für mich 2 Erkenntnisse gebracht: Netzneutralität, konzeptuell inhärent mit dem www verbunden, gibt es nicht. Zu viele infrastrukturrelevante Einrichtungen werden von Amerika kontrolliert. Des Weiteren ist ein Großteils unserer Finanzwelt in amerikanischer Hand was an sich Potential zur Beunruhigung birgt.
Die 2te Erkenntnis, wenig überraschend: Amerikas Wertevorstellen sind nur so lange gültig, wie sie nach außen transportiert einen Vorteil darstellen. Schießen aus einem Helikopter auf hilflose Zivilisten? Hinterrücks intrigieren gegen Verbündete? Eigentlich Handlungen die man von Schurkenstaaten erwarten würde.

Der Zweck heiligt nicht die Mittel! Illegale Informationsbeschaffung wird immer illegal bleiben! Amerikaner sind keine Heiligen! Amerika ist eine Imperialmacht die nach eigenen Interessen handelt! Netzneutralität gibt es nicht!

Das sind die Punkte gegen die man demonstrieren soll….

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~~~~~~ Meine Antwort ~~~~~

….
Veröffentlichung:
Nein, der Herr Anarchist veröffentlicht gar nix. Im übertragenen Sinne: Er hat eine Plattform auf der interne (politische) Personen anonym Daten publizieren können.
Außerdem: Daten werden kopiert, nicht geklaut. Und das nicht von Wikileaks selber sondern von sogenannten Whistleblowern.

Meinungsfreiheit:
Wie schon gesagt, würde ich diesen Ausdruck eher durch Pressefreiheit ersetzen.

Pressefreiheit:
So funktioniert investigatver Journalismus, auch schon zu Watergate Zeiten. Oder würdest du auch die Tätigkeiten der New York Times als illegal bezeichnen, weil diese Watergate ausgelöst hat? Da ist auch kein Journalist hineinspaziert, da kam schon ein anonymer Informant/Insider daher.
Journalisten haben nicht die Aufgabe Staatsgeheimnisse zu hüten. Pressefreiheit deckt außerdem das Veröffentlichen von Daten. Wikileaks tut genau das in einem größeren Rahmen. Daher wurde bis jetzt noch kein Gesetz gefunden, gegen das Wikileaks verstößt, trotzdem wird es sabotiert. Ist der Rahmen vll zu groß? Geschichtlich gesehen nicht, zur momentanen Zeit ist es natürlich schockierend.

Geheime Staatsdokumente:
Die Frage ist, ob einige der Dokumente zu brisant sind, um veröffentlicht zu werden. Und ob normale Medien diese zurück halten würden und Wikileaks hier zuweit geht. Ob eine totale Transparenz den Staat handlungunfähig macht, das auch Botschafter ein Recht auf Heimlichkeiten hat. Das sind Fragen, mit denen ich mich u.a. beschäftige. Dass Staatsdokumente deswegen geheim zubleiben haben ist aber keine gute Argumentation.

Skandale:
Das du die Unwichtigkeit mancher Depeschen (Papst ist konservativ) hervorhebst, stimmt natürlich. Auch der Gossip über einzelne Politiker ect. .. nicht mein Fall. Ich befürworte dabei aber, dass Wikileaks nicht von vorn herein Zensur betreibt und mir erzählen will, was für Dokumente wichtig sind und welche nicht. Das wäre dann schlichtes ‘Politik machen’.

Amerika:
Bis jetzt ist es die einzige Plattform dieser Art. Da der Einfluss einer Supermacht eben am größten ist, finde ich es taktisch auch gut das es um Amerikas politische Hindergründe geht. Ich würde mir genauso ein Wikileaks für AT, D, E, I, F ect. wünschen.

private Daten:
Dein Chat-Beitrag: ‘nach der Logik wäre es ok wenn ich in deinen Computer einbrechen würde, mir alle Chatlogs hole und veröffentliche.’
Es gibt einen Unterschied bezüglich Daten der Volksvertreter und privaten Daten. Ich tu mir schwer, dir das jetzt langwierig unter die Nase zu reiben, warum der Vergleich nicht gut ist. Hinzi und Kunzi hat nix miteinander zu tun. Btw, was kann man in meinen Chatlogs finden? Ist darin auch von Folter, Erpressung, Geldwäsche und Krieg die Rede? Vll wäre es dann nicht so schlecht, wenn sich jemand findet und das an die Presse weiterleitet.
Da ich kein Staatsmann bin treffe ich auch keine Entscheidungen, von denen diejenigen wissen sollten, die ich repräsentiere.
Die Debatte wirft die Frage auf, wie demoktratisch unsere hochgelobten Demokratien wirklich sind. Wenn der Versuch der Transparenzbeschaffung als illegal gilt, wärend sich der Staat nicht um Transparenz zu bemühen hat, dann ist das falsch.

Hype:
Ich will nicht behaupten, dass der Effekt rein positiver Natur wäre. Momentan ist das ganze sehr polarisiert, die Lemminge der beiden Seiten schreien am lautesten. Ich finde es unterstützenswert, betrachte das ganze jedoch als Waagschale. So ist es eben mit Projekten dieser Größe, mir ist keine Ausnahme eingefallen.

Meinungsfreiheit die 2te ~ bisschen vage:
Da es ein Hype ist und der Mob sich kampfeslüstern erhebt, tippe ich darauf, dass sich viele auf persönlicher Ebene angegriffen fühlen. Deswegen halte ich es als dümmliche Verwechslung zwischen Meinungsbildung und Meinungsfreiheit.
Meinungsfreiheit hat per se nichts mit Informationszugang zu tun. Meinungsbildung schon. Ich denke darum gehts, darum sollts auch gehn. Zweitens vertreten viele die Meinung, dass Wikileaks einen positiven Einfluss auf die globale Entwicklung haben kann und deswegen nicht verboten werden darf bzw. diese Meinung nicht unterdrückt werden darf.

Bussis,